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Die Religionen im Spiegel christlicher Kritik

D I E    R E L I G I O N

 

 

Eine Abhandlung über die Religion an sich und die christliche insbesondere   /   von Agnus D.  /   anno domini 2008

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religion.zip

Das Religion als solche

 

Der Begriff  der "Religion" geht auf das lateinische Wort "religio" zurück. Dieses hat die Bedeutung von Rückbindung sowie auch Auflösung bis hin zu Erlösung. Da nun alle Spiritualität des Menschen in dem Wunsch gipfelt, den Tod zu überwinden und zeitenthoben weiterzuleben, haben die Menschen aller Zeiten und Kulturen Vorstellungen entwickelt, wie so etwas mit welchen Mitteln zu erreichen wäre. Überleben des Todes wie auch zeitenthobenes Weiterleben nach dem Tode wäre sodann die Erlösung von diesem diesseitigen todesunterworfenen Dasein. Von daher fallen alle diese nach Todeserlösung und einem ewigen Leben strebenden Denkmodelle, Glaubenslehren und Daseinserklärungen unter den Sammelbegriff der Religion. Die wichtigsten Religionen sind monotheistisch, wie die drei Weltreligionen des Judentums, des Christentums und auch des Islams. Diesen Religionen ist außerdem noch gemeinsam, dass sie auf dem Alten Testament gründen, sowie in einer geographisch fast identischen Region des Vorderen Orients entstanden. Und immer fußt da eine Religion auf einer vorhergehenden. Beispielsweise geht so das Christentum und der Islam auf das Judentum zurück. Der Wert einer Religion kann sich naturgemäß nur an seiner Nähe zur Wahrheit und Wirklichkeit des Daseins ergeben, wobei in der jeweiligen Religion alles zu eliminieren wäre, was nicht den realen Gegebenheiten des Daseins entspricht. Was dann von der Religion noch übrig bliebe, das wäre der Kern, den dann auch alle anderen Religionen haben müssten, um keine bloßen Wunschvorstellungen oder gar Hirngespinste zu sein.

Doch was ist der Kern der Wahrheit und Wirklichkeit bzw. das wahre und wirkliche Dasein von Mensch und Welt? Weil sich in dieser Frage zuletzt die Naturwissenschaften enorm hervortun konnten, haben diese den Charakter von moderner Religion angenommen. Insbesondere wäre da die Physik zu nennen, mit ihren Erkenntnissen das subatomar Kleinste wie das kosmologisch Größte betreffend. Der Nachteil ist dort jedoch, die einseitige Ausrichtung auf einen Materialismus, obschon seit Albert Einstein die Materie als eine Form von Energie bekannt ist, welche zudem seit der Unschärferelation Werner Heisenbergs in einer rätselhaften Doppelnatur von zugleich Welle und Teilchen besteht. Die Spekulationen in der theoretischen Physik über die Grundlagen von Welt und Kosmos nehmen nach Ansicht mancher Physikerkollegen den Charakter von Glaubenslehren an, durchaus in Konkurrenz zu den Religionen. Nur haben die eben den Physikern den Geist voraus, die zwar schon auch mal ein Art Bewusstsein in Ihre Feldgleichungen einführen, aber eben immer ihren materialistischen Konzepten unterworfen. Wie es dann nicht anders sein kann, geht es mit den unbeweisbaren Theorien - wie z.B. den Strings, Wurmlöchern, Multiversen etc. - in solcher Religion auch nicht mehr weiter. Ist dies etwa das Kennzeichen von Religionen, dass es dort keine auf neuen Ideen und Forschung gründende Weiterentwicklung gibt? Jede Religion nimmt für sich Anspruch die Welt und das Dasein schlüssig und erschöpfend darlegen zu können. Ist dies vielleicht der Grund, weswegen geniale Geister von jeher und überall in Konflikt mit den Glaubensfiktionen kamen und sich angewidert davon abwendeten, um bei sich selbst und für sich selbst nach den Antworten auf ihre Fragen zu suchen?

Von einigen Geistesgrößen der Geschichte ist jedenfalls überliefert, dass sich das bei ihnen genau so zugetragen hatte. Manchen von diesen Freidenkern gelang es auch dabei zu neuen Erkenntnissen zu kommen. Wenn sie die nicht dazu verwendeten, um ihrerseits eine neue Glaubenslehre zu formulieren und zu verbreiten, so wurde dann daraus zumeist etwas Mystisches, oder in anderen Fällen etwas Magisches. Denn auch der Okkultismus und Satanismus ist ja in den Augen seiner treuen Anhänger eine Form von Religion, und in Bezug auf die gesellschaftlich anerkannten Religionen ein Art Gegenreligion. Wogegen die moderne so genannte Esoterik in dem Ruf steht, eine Ersatzreligion zu sein. Das Rätsel der Existenz von Dasein, einschließlich der des Menschen, ist doch nicht von ungefähr im letzten und zugleich apokalyptischen Teil der Bibel als ein Buch mit sieben Siegeln offenbart. Diese Offenbarung des Sehers Johannes beinhaltet nämlich im Ergebnis, dass sämtliche Religionen - außer dem Christentum zu weiten Teilen - müllwertig sind, auch wenn in ein jeder von ihnen vielleicht ein Körnchen Wahrheit und Wirklichkeit enthalten sein mag. Bei einer solchermaßen auf der Insel Patmos mitoffenbarten schlechten Prognose für die Religionen, lohnte es auch die Mühe nicht herauszufinden, wo und was denn da bei einer jeden der Wahrheit entspricht. Bei der gewaltigen Restmenge von Dichtung und Prosa wäre das nur eine Aufgabe für darauf spezialisierte Geschichtsforscher. Mit dem Christentum ist es schon angeklungen, dass es nun eine Religion gibt, die zu weiten Teilen mit Wahrheit und Wirklichkeit zur Deckung gebracht werden kann. Das klingt sehr interessant und macht uns neugierig, was das wohl sein könnte, weshalb das Christentum unter allen bisherigen möglichen und unmöglichen Religionen, Weltanschauungen, Denkmodellen usw. die herausragende Sonderstellung einnimmt.

Wenn das so ist, dann darf sich jeder bekennende Christ zur Welt- und Menschheitselite zählen, und zwar nicht aus Anmaßung, sondern unter Verweis auf die exzellente Ausnahmestellung der christlichen Botschaft, auch Evangelium genannt. Um was es dabei konkret geht, ist Thema des folgenden Abschnitts. Bleiben wir also noch bei allen übrigen Religionen, bzw. dem, was sie alle gemeinsam haben. Damit ist jetzt aber nicht das Wahrheitskörnchen gemeint, das von Religion zu Religion variiert, sondern vielmehr deren Dichtung und Prosa, die zu rund 95% die Glaubensinhalte bildet. So steht ja in unserem Titelbild geschrieben: "Der Glaube der Religionen". Denn nicht nur in den Religionen wird geglaubt, sondern die Religion selbst glaubt ihren Thesen gemäß an die so von ihr vertretenen Inhalte. Und diese Inhalte reichen von naiv-primitiv bis hin zu ausgeklügelt-komplex. Bei der Frage warum die Religionen egal welcher Art und Ausführung zu allen Zeiten an allen Orten sich stets erfolgreich halten konnten, ist an die Unüberprüfbarkeit ihrer Thesen zu denken. Für deren Erfolg in den Köpfen der Menschen sorgten immer ihre Erfinder und anschließend deren priesterliche Nachfolger. Insbesondere diese hatten ein großes Interesse am Ausbau der Macht, die ihnen mit der Unterstelltheit all ihrer Gläubigen in die Hand gegeben war und ist. Damit haben wir auch sogleich die plausible Erklärung dafür, warum es wohl systemisch in einer Religion keinen Fortschritt gibt. Zum einen werden da die Inhalte als unumstößliche Wahrheit verkauft, und zum anderen verändern neue Erkenntnisse bestehende Machtverhältnisse. All dieses führt erkennbar dazu, dass Religionen nur gewaltsam durchgesetzt oder abgeschafft werden können. Das wohl bekannteste Beispiel dafür war die Einführung und Verbreitung des Islam mit Feuer und Schwert. Dem stand das Christentum zu gewissen geschichtlichen Zeiten kaum nach. In der modernen Zeit wurden die Gewaltmethoden subtiler. Heutzutage bedient man sich da psychologischer Tricks bis hin zur Gehirnwäsche. 

Wenn dann kritische Geister zum Schluss kommen, dass Religionen mehr schaden als nützen, so hat das seine guten Gründe. Aber auch die Naturwissenschaften erheben in sehr vielen Köpfen ihrer Vertreter einen kritisierbar unseligen Monopolanspruch auf Wahrheit und Wirklichkeit. Dabei spielt in den meisten Fällen eine Art von Betriebsblindheit die tragende Rolle. Zwar weiß man wie wichtig interdisziplinärer Austausch ist und Not tut, dennoch findet der viel zu wenig statt, wie es von manchen der Betroffenen öffentlich bedauert wird. Angesichts des immer größer werdenden Erfolgs der Naturwissenschaften schwindet der Einfluss der etablierten Religionen in der westlichen Gesellschaft mit zunehmendem Maße. Dennoch wird die in der Gesellschaft vorhandene Bereitschaft zur Aufnahme religiöser Inhalte  vom Erfolg der Naturwissenschaften nicht betroffen, wie in den Medien immer wieder zu lesen und zu hören ist. Doch ist diese Bereitschaft keine zur Übernahme geschlossener Glaubenslehren, sondern eher eine, die nach passenden Inhalten aus dem Religionssortiment Ausschau hält, um mit ihnen eine Privatreligion zu zimmern. Das ist gegenüber der früheren Unterwerfung zum Religionsdiktat ein klarer und begrüßenswerter Fortschritt. Leider findet er lediglich in der westlichen Welt der geistigen Aufklärung statt, und nicht auch in den übrigen Erdteilen. Wenn wir wissen wollen, was das Gute an einer Privatreligion ist, dann müssen wir in der Geschichte einmal weit zurückgehen, bis in die Zeit kurz nach Jesu Himmelfahrt und dem Pfingstereignis. Das war noch vor den Gemeindenentstehungen, und zu dieser Zeit fanden richtungsweisende Diskussionen und Auseinandersetzungen über Wahrheit und Wirklichkeit statt. Wer da das bessere Konzept oder aber die besseren Argumente hatte, der konnte sich durchsetzen sowie den weiteren Gang der Meinungsbildung beeinflussen. Dieser Prozess hätte im Interesse von Wahrheit und Wirklichkeit weitergehen müssen. Stattdessen aber festigten sich die einmal gefassten Beschlüsse, und führten zu einer Glaubensfestschreibung im Sinne einer allgemeinen und strikten Verbindlichkeit bis hin zum institutionellen Glaubensschwur. An solcher Unmöglichkeit kranken alle christlichen Organisationen bis zum heutigen Tage.

Wenn eine der heutigen Zeit entstammende Privatreligion nicht nur wertloses Sammelsurium unterschiedlicher Quellen sein will, sondern ein an Wahrheit und Wirklichkeit ausgerichtetes Konzept individueller Verwirklichung von Selbst und Gott, dann darf es dabei keinerlei Tabus und Festschreibungen geben, bis sich schließlich das mit der religiösen Suche angepeilte Ziel verwirklicht hat. Damit ist der Zeitpunkt gekommen, die bisherigen religiösen Vorstellungen der erlebten Wahrheit und Wirklichkeit anzupassen, oder wenn nötig kompromisslos über Bord zu werfen. Eines lässt sich da generell sagen, dass es ohne Jesus Christus keine Selbst- und Gotteserkenntnis geben wird. Wer das nicht glaubt soll es ruhig einmal darauf ankommen lassen, und sein Leben etwa als Buddhist, Hinduist oder Moslem führen. An seinem Lebensende kann er dann - so ihm denn dafür Zeit und Gelegenheit gegeben ist - eine Bilanz seines Glaubens ziehen, ob sich zu einem Zeitpunkt seines Lebenslaufes sein hohes Ziel der Selbst- und Gottesbegegnung erfüllt hatte. Wenn sich dann eine solche Feststellung nicht treffen lässt, wird ihm vielleicht klar werden, sozusagen auf das falsche Pferd gesetzt zu haben, und Christus wohl die bessere Wahl gewesen wäre. Wenn nun hier ein greiser Christ beim Lesen dieser Zeilen einwenden wollte, dass ihm im Laufes seines bisherigen Lebens eine solche Gnade der Selbst- und Gottesbegegnung auch noch nicht widerfahren ist, dann hätte er sich überprüfend zu fragen, worin denn sein christlicher Glaube bis jetzt bestanden hat. In dem was Christus seinem Publikum lehrte, oder aber in dem was ihm die Organisationen zum Glauben vorgaben. War er denn in seinem Glauben wie ein kleines Kind gewesen, und hatte er aus eigenem Antrieb überall nach sich selbst und dem HERRN gesucht gehabt, und dabei vorurteilslos an allen sich ihm darbietenden Türen angeklopft gehabt? Wenn da nur eine Türe ausgelassen worden war, dann konnte das genau die gewesen sein, hinter welcher sein Selbst bzw. sein HERR und Gott auf ihn gewartet hatten.

 

 

 

Die Religion des Christentums

 

Die Einzigartigkeit der christlichen Lehre beruht auf dem durch Jesus Christus begründeten persönlichen Verhältnis, welches der einzelne Glaubende zu seinem Herrn und Gott haben kann. Während in allen anderen monotheistischen Religionen sich Gott auf ein bloßes höchstes Wesen der Allmacht beschränkt, das nicht näher zu beschreiben ist, wird von Jesus Christus klargestellt, dass es sich beim HERRN um den in kosmischen Dimensionen vollendeten Menschen handelt, als dessen Sohn sich Jesus verstand, weshalb er sich als Menschensohn bezeichnet hatte. Deswegen liefert die christliche Religion mit all ihren Informationen lediglich die Rahmenbedingungen in denen sich das je persönlich-individuelle Glaubensleben abzuspielen hat. Das Christentum hat nach dem Willen seines Stifters keine organisierte Massenbewegung mit einer führenden hierarchischen Obrigkeit zu sein, sondern ein je individuelles Glaubens- und Vertrauensverhältnis in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter von Gleichen unter Gleichen. Gerade weil jedes einzelne menschliche Individuum die je persönliche Verantwortung für sich und sein Leben hat, ist sein Verhältnis zu Wahrheit und Wirklichkeit von ihm ganz allein in Freiheit zu bestimmen, ohne irgendwelche einflussnehmenden Fremdinteressen. Denn, was heißt es denn, Suchen und Anklopfen zu sollen und zu müssen, um fündig zu werden? Keine Organisation gleich welcher Art ist hier berechtigt, sich in den so klar definierten Gottesauftrag einzumischen, um das Individuum ihren zumeist andersartigen Interessen zu unterstellen. Von daher wird klar, dass es sich beim wahren Christentum um eine prinzipiell privat-persönliche Glaubenssache mit einem innerpersönlichen Verhältnis von Mensch und göttlichem HERRN handelt, das von jedem und allen anzuerkennen und ohne Einflussnahme in welcher Hinsicht auch immer, zu respektieren ist.

Wenn also von der christlichen Religion die Rede ist, dann hat das immer ausschließlich die Lehre ihres Gründers zu betreffen, und nicht etwa das, was später die Organisation daraus gemacht und ihrerseits noch weiter hinzugefügt hat. Wenn man das Christentum so versteht, wie es hier dargelegt wird, dann ist damit auch die direkte Verbindung zu den Menschenrechten hergestellt, welche bekanntlich erst eine Errungenschaft der Moderne sind. Vorher regierte global uneingeschränkt die staatliche und religiöse Willkür. Eine löbliche Ausnahme bilden da bis heute der Buddhismus und Hinduismus. Beim Buddhismus ist es erkennbar der freistellende atheistische Naturalismus und beim Hinduismus die polytheistische Unterwürfigkeit was der menschlichen Selbstüberhebung entgegensteht, und damit bisher gravierende Menschenrechtsverletzungen verhindert hatte. In einem solch toleranten religiösen Umfeld hatten jene von Europa abgetrennten Christen wie etwa die Thomas-Christen in Indien, auch niemals Menschenrechtsverletzungen begangen. Aber ebenso die orientalen sowie osteuropäischen Christen sind weitgehend frei von derartiger Schuld. So kann beim Christentum auch nicht von einer einheitlichen Religion gesprochen werden. Immerhin gab es da in der Vergangenheit heftige Dispute in wichtigen Glaubensfragen, welche bekanntlich zu den Kirchenspaltungen führten. Es war vor allem die Römisch-Katholische Kirche, die sich ohne Abstimmung mit anderen Christen eine eigene Glaubenswelt schuf, die sie überdies mit striktem Führungsanspruch den anderen Christen mehr oder weniger aufzuzwingen suchte. Wenn diese katholischen Dogmen wenigstens entweder durch Jesus gedeckt oder ansonsten vernünftig wären, so hätte es hier sicherlich eine ökumenische Übereinkunft geben können. Insbesondere ist es da das jüngste katholische Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes, was die Christenheit mehr denn je entzweite. Dabei war es doch vom Vatikan als ein Mittel gedacht gewesen, die abtrünnige Restchristenheit wieder unter seine Haube zu befördern.

Ein auf die Bewahrung und Hochhaltung seiner Ursprünge bedachtes Christentum hätte sich auch niemals eine solche Auseinandersetzung mit den Naturwissenschaften geliefert, wie dies beispielhaft bei Galileo und Darwin der Fall war, wofür der Vatikan die Verantwortung trägt. Verselbständigte Organisationen sind das Übel einer jeden Religion, aber insbesondere das des Christentums. Dabei war es gerade doch der Religionsstifter Jesus gewesen, der seine jüdische Kirche ob ihrer Auswüchse und organisatorischen Fehlentwickeltheit verurteilt hatte. Die Geschichte wiederholt sich offensichtlich beständig, weil die Welt mit ihren Bedingungen auch stets die identische ist. Ein Grund mehr, sich immer der von verselbständigenden Organisationen ausgehenden Gefahr bewusst zu sein. Die offenbare Unfähigkeit zu einer Reformation, welche es einstmals zumindest teilweise in Deutschland bzw. Nordeuropa gegeben hatte, führt am Ende unweigerlich in den Untergang. Der Motor ist hier wie auch sonst die beständig Neuheiten hervorbringende Evolution. Ein ganz krasses Beispiel könnte die Utopie von einer nicht mehr so fernen sich selbst organisierenden Digital- und Maschinenwelt sein, in der sich der Mensch durch sich selbst zugunsten seiner sich eigenständig weiterentwickelnden Erzeugnisse abgeschafft hatte. Das Ende des Menschen wäre dann zugleich auch das Ende all seiner Religionen. Und seelenlose Maschinen gleich welcher Art, und seien sie auch biologisch basiert, die brauchen naturgemäß so wenig Religion wie ein Käfer, Fisch oder Hund. Wobei nun diese Kreaturen nicht völlig seelenlos sein können, wenn man von einer Weltseele oder auch Naturbeseeltheit ausgehen will, wie sie ja gegeben sein muss, wenn Gott der HERR das Universum in Person ist. Wir sind darum überzeugt, dass der HERR keinerlei Fiktion sondern verborgene Realität ist. Mit ihm als den urbildlichen Menschen von kosmischer Allmacht wird sich die bedrückende Maschinenutopie nicht verwirklichen können. Denn dadurch, dass er als vollendeter Mensch zum Herrn der Weltgeschichte wurde, ist bewirkt, dass sein ihm ebenbildlicher Mensch - als seine einstige eigene Ausgangslage - unersetzbar ist und bleibt.

Der zum Herrn der Welt ebenbildliche Mensch ist gemäß der Ereignisse vor rund 2000 Jahren in Palästina zunächst einmal Jesus von Nazareth, mit seinem Verhältnis zum Herrn, als dem eines Sohnes zu seinem Vater. Und mit seiner Selbstopferung wurde Jesus bekanntlich zum Mittler zwischen Erdenmensch und Himmelsgott, auf dass alle, die an ihn glauben und in seiner Nachfolge sein persönliches Gottesverhältnis nachvollziehen, die so genannten Christen sind. Weil aber nun Glaube und Nachfolge zu verwirklichende christliche Sollleistungen sind, gibt es für jeden christlichen Nachfolger eine individuelle christliche Selbstverwirklichung, die deshalb den Kern des Christentums bildet, und die der Schlüssel zur christlichen Religion ist. Diese christliche Religion ist also die einzige Religion unter allen sonstigen Religionen, die sagt, dass man ihr erst dann angehört, wenn man sie bei sich selbst in seinem Leben mit seinem Leben verwirklicht. Wohlgemerkt sagt das diejenige christliche Religion, wie sie sich aus dem Schicksal ihres Stifters Jesus und dem Auferstehungs- und Pfingstereignis, sowie auch der Apokalypse ergibt, und nicht wie sie im Dienste aller Sekten und Organisationen gelehrt wird und zur Anwendung kommt. Dass zwischen dem was Jesus lehrte, und dem was die Urgemeinden wie auch die spätere Kirche daraus gemacht haben, eine große Unterschiedlichkeit besteht, ist inzwischen allgemein bekannt. Auf Benennungen dessen, was es beim Religionsstifter selbst nicht gab, aber später in seinem Namen in die Lehre und Organisationen eingeführt wurde, können wir darum hier verzichten. Entscheidend ist und bleibt, dass alle Verkündigung Jesu mit seinen eindringlichen Forderungen des Suchens und Anklopfens, sowie offenbarungsgemäß der Selbst- und Weltüberwindung, jeden einzelnen verwirklichenden Christen zum Träger der christlichen Religion macht. Also: Nur der ist Christ, welcher verwirklicht, und wer verwirklicht, der ist priesterlicher Träger der christlichen Religion, und niemand sonst. Die Legitimation des Christen kommt direkt vom HERRN, und niemand kennt sie, als nur der Betreffende selbst, weil sie grundsätzlich immer nur in einer Privatoffenbarung erfolgt ( Offb 2,17 / 19,12), entsprechend dem innerpersonalen Verhältnis von Sohn und Vater.

Das Wesen der christlichen Religion ist von dieser Offenbarungstatsache einer Privatreligion, entscheidend geprägt. Natürlich steht ein solcher nur schwer akzeptierbarer Sachverhalt einer Ausbreitung der Lehre zur Weltreligion direkt entgegen. So war es von damals bis heute vernünftig, eine Weltreligion und keine Privatreligion in der Weltgeschichte zu etablieren. Der Erfolg des Christentums war nur mit der Unterschlagung des Privaten und Individuellen im Glauben an den HERRN zu erringen. Denn wie es Jesus seinem Publikum verkündete, kann nur ein verschwindend kleiner Teil der Menschheit - und dann auch noch insbesondere der Christenheit - entsprechend der allgemein außerordentlichen Anforderungen, sowie der dafür notwendigen persönlichen Eignungen, jene Verwirklichung zum Christen leisten. In diesem Zusammenhang sprechen die Kirchen seit jeher von Ausnahmen der gnadenvollen Erwählung. Doch zum Trost für all die Unerwählten in der christlichen Religion sei hier darauf hingewiesen, dass die Auserwählung mit der Offenbarung Gottes prinzipiell eine besondere Aufgabe beinhaltet, die wiederum nur unter enormem Selbstverzicht zu lösen ist. Der Sammelbegriff dafür ist das so genannte Lamm Gottes, welches eben stellvertretend für die komplette nicht verwirklichende Christenheit, direkt und ausschließlich für sie das Verlangte verwirklicht. Die Christenheit ist aufgrund dessen jener Teil der Menschheit, für welchen sich der HERR mit dem Opfer seiner personalen Identität eingesetzt hatte, wodurch er zum Lamm Gottes wurde. Gute und Böse gibt es immer und überall, und auch unter den Anhängern der christlichen Religion. Doch ist der Einzelne immer auch das Produkt dieser Welt, und damit zu einem guten Teil seiner freien Selbstverfügung entzogen. Gerade für solchen Ausgleich hat sich der HERR mit seiner Person eingesetzt, sodass die komplette Menschheit vom Erlösungswerk des HERRN betroffen sein wird. Dabei erinnern wir uns, dass ja der HERR das Universum in Person ist, und wir alle als Teil des Universums deshalb im HERRN von ihm gnadenvoll umfangen sind. Am Ende der Zeit wird dies sodann für jeden und alles zu seiner Zeit an seinem Ort die lichte ewige Weltwirklichkeit sein.

 

 

 

 

 

 
 

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